First Things First

First things first – das wichtigste zuerst.

Dieser Grundsatz gilt in Projekten mit komplexen Schnittstellen zu Fremdsystemen – besonders, wenn diese von externen Firmen angeboten werden und über das Internet erreichbar sind.

Das „wichtigste“ in diesem Fall wäre der „technische Durchstich“, z.B. das Aufrufen der Schnittstelle mit Hilfe eines einfachen Prototypen.

Da zumeist alle weiteren Funktionen des Systems um diese zentrale Schnittstellenfunktion herum aufgebaut werden, ist der technische Durchstich von großer Wichtigkeit.

Das zum Einsatz kommende Programm muss dabei keine Produktionsqualität haben, ein einfach zusammengebastelter Prototyp als Proof of Concept ist vollkommen ausreichend.

Mit Hilfe des PoCs wird u.a. geprüft, ob …

  • die benötigten Ports und IP-Ranges in der Firewall freigeschaltet sind.
  • die Schnittstellendokumentation korrekt ist.
  • auf der Gegenseite die Schnittstellen verfügbar sind.
  • die Zugangsdaten korrekt sind.
  • SLAs bezüglich der Verfügbarkeit und Performance eingehalten werden.
  • VPN Tunnel funktionieren.

Gerade in großen Unternehmen kann jedes dieser Punkte das Projekt sofort um Wochen aus dem Zeitplan bringen, müssen z.B. Ports in der Firewall freigeschaltet werden.

Zu Beginn eines Projektes ist in der Regel noch genügend Zeit, die notwendigen Schritte einzuleiten ohne, dass es das Projekt beeinträchtigt.

Werden diese Punkte erst zum Start der Testphase erkannt, ist der Terminplan oft nicht mehr zu halten.

Die Erkenntnis, ob und wie diese Schnittstellen angesprochen werden können, hat oft einen direkten Einfluss auf die gesamte Architektur des zu implementierenden Systems.

Wenn z. B. Datenklassen angepasst werden müssen, weil die Dokumentation nicht ganz korrekt war, hat das Auswirkungen auf die Persistenzschicht, was oft enorm zeitaufwendig ist und weitreichende Änderungen zur Folge hat.

Schlechte Performance auf der Gegenseite kann z.B. dazu führen, dass eine extra Caching-Funktionalität implementiert werden muß.

Es hilft übrigens nichts, diesen ersten Prototypen gegen einen Mock laufen zu lassen, weil ein Mock das erwartete Verhalten simuliert, was vom tatsächlichen Verhalten der Gegenseite deutlich abweichen kann.

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